BalanX e.V.: Betreuungsweisungen

Angebot
Betreuungs­weisung
Träger
BalanX e.V.
Sprachen
Deutsch
Zielgruppe
Die Betreuungsweisung richtet sich an Jugendliche und Heranwachsende gemäß § 10 JGG, die im Kontext von Straftaten, sozial auffälligem Verhalten, problematischem Substanzkonsum oder anderen individuellen Problemlagen eine intensive sozialpädagogische Begleitung benötigen.

Häufige Merkmale der Zielgruppe:
- Konflikte mit Autoritätspersonen und Institutionen
- Delinquentes Verhalten im Zusammenhang mit Konsum oder Peergroup-Dynamiken
- Unzureichende Konfliktlösungs- und Selbstregulationsstrategien
- ambivalente Veränderungsbereitschaft
- geringe Selbststeuerung und Impulskontrolle
Konzept
Das Konzept besteht aus mehereren methodischen Bausteinen:
- Motivierende Gesprächsführung (MI) nach Miller & Rollnick: systematische Arbeit mit Ambivalenz, Förderung von Veränderungsbereitschaft und Commitment
- Systemisch-lösungsorientierte Beratung mit Fokus auf Kontext, Ressourcen und Beziehungsmustern
- Konfliktkompetenz-Training und Mediationselemente (z. B. bei eskalationsanfälligen Jugendlichen)
- Transtheoretisches Modell der Verhaltensänderung nach Prochaska/DiClemente: differenzierte Diagnostik und zielgruppenadäquate Interventionen je nach Veränderungsstadium

Gesprächsstruktur
- Bedarfsweise Elterngespräche / Kooperationsgespräche mit Fachkräften
- Zwischenauswertungen und Rückmeldeschleifen
- Dokumentation nach Hilfeplan und Verfahrensregeln des § 10 JGG

Individuelle Schwerpunktsetzung je nach Bedarfslage und Delikthintergrund, etwa:
- Umgang mit Delinquenz und Schuldfähigkeit
- Gewaltprävention, Aggressionsregulation
- Substanzkonsum: Konsumreflexion, Risikobewusstsein, Konsumkontrolle
- Selbstwert, Rollenverständnis, Geschlechterrollen
- Perspektiventwicklung: Schule, Ausbildung, soziales Umfeld
Angebotsziel
Zentrale Zielsetzung der Maßnahme ist es, die jungen Menschen durch ein systematisches, individuelles Beratungs- und Begleitungsangebot in ihrer psychosozialen Entwicklung zu fördern und ihre Veränderungsmotivation zu stärken.

Konkret werden angestrebt:
- Erarbeitung von Einsicht in das eigene Verhalten und dessen Auswirkungen
- Förderung der Eigenverantwortung und Selbstwirksamkeit
- Reflexion von Lebenszielen, Werten und Entscheidungsmustern
- Aufbau von Strategien zur konstruktiven Konfliktbewältigung
- ggf. Reduktion bzw. Veränderung des Substanzkonsums
- Entwicklung realistischer Alternativen zu delinquenter oder risikobehafteter Lebensgestaltung
Start/Dauer & Ort
Das Angebot umfasst in der Regel einen 90-minütigen Termin pro Woche mit insgesamt 72 FLS über 12 Monate. Dabei werden aber auch richterliche Vorgaben und individuelle Bedürfnisse berücksichtigt. Es finden Absprachen mit dem Jugendgericht und den Sozialen Diensten der Jugendhilfe, sowie für die teilnehmende Person eine Abschlussauswertung und Teilnahmebestätigung statt.
Fehlzeitenregelung
Die Fehlzeitenregelung findet in Absprache mit der Jugendgerichtshilfe statt.

Kontakt

WWW
Adresse
Weichselstr. 49
12045 Berlin (Neukölln)